Creole
Weltmusik
Preisträger
2006
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INDIGO MASALA
Acoustic Asian World Fusion






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Presse







Braunschweiger Zeitung, 7. April 2003



Meditative Klangteppiche verzauberten im Palais

Trio „Indigo“ überzeugte Publikum in Wolfenbüttel


WOLFENBÜTTEL. Langgezogene tiefe Töne einer Bansuri, jagende Tablarhythmen, meditatives Zusammenspiel von Bansuri und Sitar und dazu den immer währenden Bordun der Tampura - so wurden die Zuschauer am Samstagabend im Prinzenpalais Wolfenbüttel in eine völlig andere Welt entführt. Schloss man die Augen und gab sich diesen fremdartigen Klängen hin, konnte man spüren, wie die Alltagshektik abfiel und eine wohltuende Ruhe sich breit machte.

Klangteppiche gewebt

Verantwortlich für dieses Schauspiel fremder Kultur waren die Musiker Joachim Hübner (Bansuri), Ravi Srinivasan (Tabla) und Yogendra (Sitar), die sich als Trio „Indigo“ nennen. An der Tambura fand sich aushilfsweise Dr. Ulrich Thiele, Vorsitzender der Kulturinitiative „TonArt“ ein. „Die Tampura hat nur die Funktion, einen Klangteppich zu erzeugen, und kann im Prinzip von jedem gespielt werden“, erklärte Joachim Hübner, der früher musikalisch weniger interessiert war, jedoch auf einer Reise nach Indien seine Vorliebe für indische Musik entdeckte. Er erlernte dieses Instrument in Indien und Californien. Der einzige wirkliche Asiat des Trios ist der Tablaspieler Ravi Srinivasan aus Singapur, der allerdings auch eine europäische Ausbildung in Komposition und Violine hat. Er spielt und singt viel in Jazzgruppen und hat vor zwei Jahren in Berlin den Jazz-Award gewonnen für eine indische Komposition, die er für eine Bigband umgeschrieben hatte. Sitarist Yogendra hat sich in den Klang der Sitar verliebt und beschloss, dieses Instrument zu erlernen. „20 Saiten hat die Sitar, es werden aber nicht alle gespielt. Manche Saiten sind auch nur Resonanzsaiten, die mitschwingen,“ gab Yogendra, mit bürgerlichem Namen Jens Eckert, Auskunft über sein Instrument, welches er mit Bravour beherrschte. Neben dem Sitarspiel erteilt der in Braunschweig lebende Deutsche indischen Gesangsunterricht, lehrt an diversen Universitäten, ist Autor, Produzent und Händler indischer Musikinstrumente.

„Unsere Stücke sind alle frei improvisiert, jedoch gibt es auch da bestimmte Regeln,“ erläutert Tablaspieler Ravi Srinivasan. Bemerkenswert war, dass die Musiker zwar ohne Noten spielten, jedoch in einem intensiven Blickkontakt miteinander verbunden waren und sich so gegenseitig Einsätze geben konnten.

Tranceträchtige Atmosphäre

Nicht nur die Musik bestimmte die Atmosphäre, sondern das gesamte Ambiente des rustikal eingerichteten Konzertsaals im Prinzenpalais. Die Musiker spielten nicht auf einer Bühne, sondern saßen im Schneidersitz auf einer Matratze, rechts und links brannten Kerzen und sorgten für eine Gemütlichkeit, die in den Rahmen dieser tranceträchtigen Raga-Musik passte.

Dagmar Pesta