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Braunschweiger
Zeitung, 7. April 2003
Meditative
Klangteppiche verzauberten im Palais
Trio
„Indigo“ überzeugte Publikum in Wolfenbüttel
WOLFENBÜTTEL.
Langgezogene tiefe Töne einer Bansuri, jagende Tablarhythmen,
meditatives Zusammenspiel von Bansuri und Sitar und dazu den immer
währenden Bordun der Tampura - so wurden die Zuschauer am
Samstagabend im Prinzenpalais Wolfenbüttel in eine völlig
andere Welt entführt. Schloss man die Augen und gab sich
diesen fremdartigen Klängen hin, konnte man spüren, wie
die Alltagshektik abfiel und eine wohltuende Ruhe sich breit
machte.
Klangteppiche gewebt
Verantwortlich für
dieses Schauspiel fremder Kultur waren die Musiker Joachim Hübner
(Bansuri), Ravi Srinivasan (Tabla) und Yogendra (Sitar), die sich
als Trio „Indigo“ nennen. An der Tambura fand sich
aushilfsweise Dr. Ulrich Thiele, Vorsitzender der Kulturinitiative
„TonArt“ ein. „Die Tampura hat nur die Funktion,
einen Klangteppich zu erzeugen, und kann im Prinzip von jedem
gespielt werden“, erklärte Joachim Hübner, der
früher musikalisch weniger interessiert war, jedoch auf einer
Reise nach Indien seine Vorliebe für indische Musik
entdeckte. Er erlernte dieses Instrument in Indien und
Californien. Der einzige wirkliche Asiat des Trios ist der
Tablaspieler Ravi Srinivasan aus Singapur, der allerdings auch
eine europäische Ausbildung in Komposition und Violine hat.
Er spielt und singt viel in Jazzgruppen und hat vor zwei Jahren in
Berlin den Jazz-Award gewonnen für eine indische Komposition,
die er für eine Bigband umgeschrieben hatte. Sitarist
Yogendra hat sich in den Klang der Sitar verliebt und beschloss,
dieses Instrument zu erlernen. „20 Saiten hat die Sitar, es
werden aber nicht alle gespielt. Manche Saiten sind auch nur
Resonanzsaiten, die mitschwingen,“ gab Yogendra, mit
bürgerlichem Namen Jens Eckert, Auskunft über sein
Instrument, welches er mit Bravour beherrschte. Neben dem
Sitarspiel erteilt der in Braunschweig lebende Deutsche indischen
Gesangsunterricht, lehrt an diversen Universitäten, ist
Autor, Produzent und Händler indischer
Musikinstrumente.
„Unsere Stücke sind alle frei
improvisiert, jedoch gibt es auch da bestimmte Regeln,“
erläutert Tablaspieler Ravi Srinivasan. Bemerkenswert war,
dass die Musiker zwar ohne Noten spielten, jedoch in einem
intensiven Blickkontakt miteinander verbunden waren und sich so
gegenseitig Einsätze geben konnten.
Tranceträchtige
Atmosphäre
Nicht nur die Musik bestimmte die
Atmosphäre, sondern das gesamte Ambiente des rustikal
eingerichteten Konzertsaals im Prinzenpalais. Die Musiker spielten
nicht auf einer Bühne, sondern saßen im Schneidersitz
auf einer Matratze, rechts und links brannten Kerzen und sorgten
für eine Gemütlichkeit, die in den Rahmen dieser
tranceträchtigen Raga-Musik passte.
Dagmar Pesta
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