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Hessische-Niedersächsische
Allgemeine Zeitung, 10. April 2003
Meisterliche
Weltmusik vom Feinsten
VON
MARGA KLOIBER
HÜBENTHAL.
Das Trio Indigo, drei hochkarätige Musiker indischer
Rhythmen, musizierten am Sonntag auf Gut Hübenthal vor etwa
fünfzig Zuhörern. Yogendra Jens Eckert, Absolvent der
renommierten Ali Akbar Khan-Akademie in San Francisco, ist mit
seinen Saiteninstrumenten ein Universalist. Er baut
Musikinstrumente, verkauft sie und unterrichtet in dieser seltenen
Musik.
Joachim Hübner, ebenfalls Absolvent von Ali
Akbar Khan, begeistert mit seinem facettenreichen und
inspirierenden Spiel auf der Bambusflöte. Fantastische
Fingerspiele auf der Tabla vollbringt der „Berliner
Angloinder aus Malaysia“ Ravi Srinivasan.
Ergänzt
wurde das Trio durch Hübenthals musikalischen „Hausmeister“
Wahhab Köhle. Überhaupt ist Humor ein spritziges Gewürz
bei Indigos Auftritt. Mit Schmunzeln und Augenzwinkern werden die
Stücke vorgestellt. Sei es, dass man indische Götterdramen
zu Seifenopern klärt oder ein ungewöhnlicher
Neunerrhythmus Begleitinstrumente - gewollt - zum Stolpern
bringt.
Indigo spielt Musik, die sich Zeit lässt. Los
geht’s es mit dem traditionellen indischen Raga Bageshri:
Die Tambura stimmt in die Musik ein, erzeugt einen meditativen
Rahmen. Nach einer langen Atempause übernimmt die Bansuri -
die indische Bambusflöte - und lockt die Zuhörer zu
einem Spaziergang durch tropischen Dschungel.
Schließlich
kommt die Tabla dazu und versetzt die Wanderer zwischen Lianen und
Urwaldblüten in einen wundersamen Rhythmus. Da scheint ein
Flöte spielender Pan zwischen Farnen hervor zu lugen. Sehr
viel später übernimmt die Sitar die Führung - mit
Obertönen kokettierend. Rhythmuswechsel setzen besondere
Akzente. Das ist meisterliche Weltmusik vom Feinsten.
Indigo
spielt eigene Arrangements, die sich aus traditionellen indischen
Ragas entwickeln und klassische Kompositionen aus Nord- oder
Südindien.
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