Creole
Weltmusik
Preisträger
2006
*****

INDIGO MASALA
Acoustic Asian World Fusion






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Presse







Kultur Kultur Hildesheimer Allgemeine Zeitung 15 Freitag, 25. April 2008



Mit einem Lächeln

Betörende Debüt-CD von „Indigo Masala“


VON RALF NEITE


HILDESHEIM. Schon der Auftakt der CD ist ungewöhnlich: Das Cello beginnt mit einem funkigen Motiv, bald legt sich eine kratzig-raue Stimme darüber und skandiert einen Silben-Sprechgesang, wie man ihn aus der indischen Musik kennt. Das Ganze mündet in eine liebliche Melodie, gespielt auf der Sitar, rhythmisiert von der Tabla, unterlegt mit einem Bass-Groove des Cellos. Schon ist man mitten in der Klangwelt von „Indigo Masala“.

Das Eröffnungsstück heißt „Baby Cockroach“ – Baby Kakerlake –, und der Titel spricht Bände. Die Musik ist, vom technischen Niveau her, höchst anspruchsvoll. Aber sie nimmt sich nie zu ernst, sondern kommt verspielt und humorvoll daher – das haben auch die Besucher des letztjährigen „Folk ’n’ Fusion“- Festivals in Hildesheim erleben dürfen. „Indigo Masalas“ Debüt-CD „Big Gods & Little Animals“ ist wie eine luftige Brise des Frühlings, der jetzt endlich Einzug halten darf.

Will man die Koordinaten dieser Band bestimmen, muss man um die halbe Welt reisen. Im Mittelpunkt befindet sich die klassische Musik Nordindiens. Allein schon durch die klangliche Dominanz der flirrenden Sitar und der Tabla, des typischen, extrem modulationsfahigen Trommelsets aus Indien. Doch der Sound ist variabel und stützt sich auf viele Säulen. Die verträumte Stimmung aus „N’jet N’jet Semut“ ist von der Westafrikanischen Kora-Musik inspiriert, „Al Garcia“ verströmt andalusischen Charme, und nicht nur „JumJum“ macht Anleihen beim Jazz.

Das ergibt Weltmusik im besten Sinne. Kein Wunder bei dieser Besetzung, die kosmopolitischer kaum sein könnte. Die Sitar wird vom Braunschweiger Yogendra Jens Eckert gespielt, der sich seit 20 Jahren mit der indischen Musik auseinandersetzt, bei keinem Geringeren als dem Sarod-Meister Ali Akbar Khan studiert hat und inzwischen selbst Sitar unterrichtet - und anderem als künstlerischer Mitarbeiter des Instituts für Musik an der Uni Hildesheim.

Ravi Srinivasan wurde in Singapur geboren, ist ausgebildeter Tablaspielerund Geiger, begleitet unter anderem Kathak-Tänzer und spielt klassische Hindu-Musik. Seine Markenzeichen sind seine samtige Stimme – und vor allem das Pfeifen, das seine Zuhörer in einen Zustand schwebender Leichtigkeit entführt. Susanne Xochitl Paul am Cello komplettiert das Trio. In Kalifornien als Kind mexikanisch-deutscher Eltern geboren, hat sie mit Cello begonnen, später elektrische Gitarre in einer Punk-Band gespielt und dann ein klassisches Musikstudium absolviert.

Diese Offenheit in alle Richtungen ist stilprägend für „Indigo Masala“. Klassischer Ernst und die Schlichtheit des Pop kommen mit einem verschmitzten Lächeln zueinander. Schönstes Beispiel dafür ist vielleicht die Komposition „Mambo Lassi“, die von einem blauhäutigen indischen Gott zu erzählen scheint, der mit seinem betörenden Pfeifen eine dunkeläugige Dorfschönheit bezaubern will. Vielleicht handelt die Geschichte aber auch von einer Blondine in einem kleinen Ort an der Innerste. Möglich wär's, denn bei „Indigo Masala“ liegt beides direkt nebeneinander.

Die CD kann zum Preis von 15 Uhr bestellt werden bei India Instruments, Autorstraße 23, 38102 Braunschweig, Telefon/Fax 0531 / 798463, india-instruments@t-online.de, ab 30. Mai auch online bei allen bekannten Plattformen wie i-Tunes.