Rundbrief Mai / Juni 2018

Übersicht
1. Datenschutz – Information & Perspektive
2. Shrutiboxen in 432 Hertz & in G – Tiefere Stimmungen
3. Ratgeber Harmoniumkauf (5/6) - Stimmung
4. Die Mantra-Welle rollt -  Adam Bauer, Nirinjan Kaur, Satyaa & Pari
5. WDR Jazzpreis & 70. Geburtstag – Ramesh Shotham
6. Wie geht eigentlich (indische) Musik? (13) – Stille
7. Workshops – Juni bis August
8. Konzerte –  Juni bis August

 


1. Datenschutz – Information & Perspektive
- Firmen-Info -


european union flac

Es gab viel Wirbel um die seit 25.5. bindende Datenschutz Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union. Sie war zwar schon seit zwei Jahren gültig, aber in der seitdem laufenden Übergangsfrist konnte man die DSGVO noch ungestraft ignorieren. Und wer nicht professionell mit dem Thema Datenschutz befasst ist, der tat das wohl auch. In der Öffentlichkeit spielte das Thema jedenfalls keine Rolle. Das änderte sich erst mit Berichten in großen Medien ab Anfang Mai, und steigerte sich dann kontinuierlich bis zum Stichtag. Es wurde erregt diskutiert, und um den Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden, mussten sich kleine Firmen und Website-Betreiber in kürzester Zeit sachkundig machen und technische und kommunikative Maßnahmen konzipieren und umsetzen. Als Folge davon erhielt man eine zum Stichtag immer weiter anschwellende Flut von eMails, die über die Folgen der DSGVO informieren wollten und einen aufforderten, dieses oder jenes zu tun oder zu lassen, um in Zukunft bestimmte Informationen weiterhin oder nicht mehr zu erhalten.

India Instruments hat auf mit heißer Nadel gestrickte Panikmails bewusst verzichtet. Stattdessen haben wir im Hintergrund unsere Website und unsere Datenverarbeitung nach den Vorgaben der DSGVO aktualisiert. Sie können sicher sein, dass Ihre persönlichen Daten bei uns in guten Händen sind und wir das Thema Datenschutz sehr ernst nehmen. Wir speichern Ihre Daten ausschließlich auf eigenem Server. Wir verarbeiten Ihre Daten nur zweckgebunden zur Bearbeitung Ihrer Bestellungen und Anfragen. Und wir geben Ihre Daten ausschließlich zur Erfüllung Ihrer Aufträge an Dritte weiter (z.B. an unsere Logistikpartner, die Ihre bestellten Waren zustellen). Umfassende Informationen zu unser Datenverarbeitung und zu Ihren Rechten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

padlock symbol

Wer bisher schon als Kunde oder Kundin oder InteressentIn für indische Musik oder indische Instrumente unseren zweimonatlichen Newsletter per eMail bekommen hat - mit Musikerportraits, Besprechungen von Büchern, CDs und Events, Hintergrundberichten, Praxistipps und Konzert- und Workshopterminen - der oder die bekommt ihn auch weiterhin. Der Newsletter ist selbstverständlich gratis. Und wer den Newsletter nicht mehr bekommen möchte, kann ihn selbstverständlich jederzeit formlos und mit sofortiger Wirkung abbestellen, z.B. per eMail an music@india-instruments.com. Wir möchten niemanden mit unerwünschten Mailings belästigen! Wer den Newsletter neu bestellen möchte, kann das jederzeit per eMail oder über das Newsletterformular auf unserer Website tun – oder im Rahmen einer Bestellung oder Kontaktaufnahme über unsere Online-Formulare.

Datenschutz ist Schutz der Privatsphäre. Deswegen halten wir staatliche Regelungen zum Datenschutz grundsätzlich für richtig. Und wir begrüßen es, dass die Europäische Union mit der DSGVO bei diesem wichtigen Thema vorangeht und weltweit Maßstäbe setzt. Wenn allerdings milliardenschwere Daten-Konzerne ihre Marktmacht mißbrauchen, indem sie die Nutzung ihrer Gratis-Dienste an die Zustimmung zu Nutzungsbedingungen koppeln, die den Sinn der DGSVO unterlaufen, dann bleibt sie ein Papiertiger. Und wenn andererseits die Arbeit von Ehrenamtlichen, Kleinfirmen und freien Kreativschaffenden massiv behindert wird oder sogar beendet werden muss, weil sie den Aufwand für die Einhaltung der DSGVO mit ihren minimalen Mitteln nicht leisten können, dann geht der Schuss nach hinten los. Deswegen sind für eine sinnvolle Umsetzung der DSGVO jetzt Rechtsprechung und Aufsichtsbehörden gefragt. Und sie muss von Politik und Zivilgesellschaft weiter entwickelt werden, um den versprochenen Schutz tatsächlich zu bieten. Das letzte Wort zum Thema Datenschutz dürfte noch lange nicht gesprochen sein.


2. Shrutiboxen in 432 Hertz & in G – Tiefere Stimmungen
- Neu im Sortiment -


Instrumente mit Stimmung auf 432 Hertz werden bei uns immer mehr nachgefragt. Manche Menschen empfinden den Klang dieser Stimmung, die deutlich tiefer ist als der übliche Standard von 440 Hertz, als weicher und entspannender. Andere argumentieren mit harmonikalen Ideen, mit physikalischen Experimenten, medizinischen Studien oder Konzepten der Esoterik, dass 432 Hertz eine natürlichere und heilsamere Stimmung sei. Wie auch immer – die Auswahlmöglichkeiten eines Instruments nach ganz individuellen Wünschen werden durch diese alternative Stimmung größer. Und das entspricht ganz der Philosophie von India Instruments und dem traditionellen indischen Musikverständnis, das keine allgemein festgelegte Normstimmung kennt, sondern immer nach der bestmöglichen Lösung für den einzelnen Menschen sucht.

Shrutibox MKS gross 432 Nachdem wir mit dem Shrutibox Paloma gross 432Shanti Kirtan Classic 432 schon ein Harmonium in 432 Hertz Stimmung ins Sortiment genommen hatten, bieten wir jetzt auch zwei Shrutiboxen damit an. Die universell einsetzbare Shrutibox Monoj Kumar Sardar groß 432 hat einen ausgewogen warmen, vollen Ton mit langer Tonhaltedauer, großer dynamischer Bandbreite und einfacher Spielbarkeit bei einem moderaten Preis von 289 €. Die Shrutibox Paloma groß 432  für 389 € ist unser absolutes Spitzenmodell. Sie ist aus massivem Teakholz und besticht durch edle Optik, einen einzigartig runden, warmen und vollen Ton mit ungewöhnlich langer Tonhaltedauer, extra große dynamische Bandbreite und besonders komfortable Spielbarkeit.

Ebenfalls neu im Sortiment ist die Shrutibox Monoj Kumar Sardar groß G. Mit dem großen G als Grundton bietet sie einen ganz besonders tiefen, warmen Klang. Sie eignet sich gut zur Begleitung von tieferen Gesangsstimmen mit Grundton zwischen G und H, wie Mezzosopran, Alt, Bariton und Bass. Auch für viele Instrumentalisten ergeben sich durch die tiefere Lage und den wärmeren Klang attraktive Verwendungsmöglichkeiten.

Zur Übersicht unserer Shrutiboxen.Zur Übersicht unserer Shrutiboxen.

 


3. Ratgeber Harmoniumkauf (5/6) – Stimmung
- Hintergrundinfo -


Wir bieten eine breite Palette ganz unterschiedlicher Harmoniumtypen. Orientierungshilfen in der verwirrend großen Modellvielfalt gibt unser Ratgeber Harmoniumkauf. Er behandelt die Themen Reisetauglichkeit, Klang & Spielgefühl, Verwendungszweck & Flexibilität, Tonhaltefähigkeit, Ansprache & Lautstärke, Stimmung und Bezugsquellen.

hertz symbolWenn du heute ein neues Harmonium kaufst, ist das meist gleichschwebend temperiert nach dem Kammerton a' mit 440 Hertz gestimmt. Was bedeutet das? Hertz ist die physikalische Einheit für Tonhöhen. Sie gibt an, wie oft ein Ton pro Sekunde schwingt. Mehr Hertz bedeuten, dass ein Ton höher klingt, und bei weniger Hertz klingt er tiefer. Kammerton nennt man den Referenzton, nach dem gestimmt wird, der also als Maßstab für alle anderen Töne gilt. Das eingestrichene a' (A4 in wissenschaftlicher Schreibung) schwingt hier 440 mal pro Sekunde. Temperiert heißt, dass die Tonabstände (Intervalle) gegenüber den Naturtönen der Obertonreihe verschoben und an besondere musikalische Erfordernisse angepasst sind. Gleichschwebend bedeutet, dass bei der Temperierung alle Tonabstände gleich groß gestimmt sind.

Verbindliche Referenztöne sind eine pragmatische Erfindung der klassischen westlichen Musik. Die im Lauf der Zeit immer größeren Instrumental-Ensembles brauchten zum Zusammenspiel einen gemeinsamen Referenzton. Der wurde Kammerton genannt und jahrhundertelang je nach Region, Musikstil und Ensemble individuell festgelegt. Erst im 18. Jahrhunderts begannen Bemühungen um einen Standard, da man jetzt Tonhöhen mit Stimmgabeln präzis definieren konnte und das Musikleben immer internationaler wurde. Noch durch das ganze 19. Jahrhundert gab es sehr verschiedene Kammertöne. Während z.B. in Frankreich das a' mit 435 Hertz gesetzlich festgelegt wurde, spielte man in England überwiegend bei 452 Hertz. Erst im 20. Jahrhundert einigte man sich auf eine internationale Norm von 440 Hertz. Allerdings ist diese Norm nicht bindend – führende Orchester ebenso wie Ensembles für Alte Musik benutzen z.B. bewusst andere Kammertöne.

padlock symbolIn der indischen Musiktradition gibt es keinen Bedarf für einen Standard-Kammerton. Der Referenzton eines Ensembles wird noch heute vom Leiter nach eigenem Ermessen festgelegt – genau wie früher auch im Westen. Aber werden Harmoniums zwar in Indien gebaut, sind allerdings in Aufbau und Tonerzeugung ursprünglich westliche Instrumente des 19. Jahrhunderts mit festgelegten Tonhöhen. Bis vor  2 – 3 Jahrzehnten waren indische Harmoniums daher nach ganz verschiedenen Referenztönen gestimmt - ähnlich uneinheitlich wie die Kammertöne im 19. Jahrhundert. Erst mit der steigenden Nachfrage im Westen und dem Siegeszug digitaler Stimmgeräte (und jetzt auch Apps) haben die meisten indischen Harmoniumbauer angefangen, den 440 Hertz Standard anzuwenden.

Die großen Vorteile der gleichschwebend temperierten 440er Stimmung sind die weite Verbreitung und die Flexibilität. Du kannst mit den allermeisten anderen heutigen Instrumenten zusammenspielen und beliebig zwischen allen möglichen Tonarten wechseln. Stimmungen auf einen anderen Kammerton oder mit anderer Temperierung schränken die Flexibilität dagegen erheblich ein, können dafür aber auch ganz besondere künstlerische, therapeutische oder meditative Wirkungen entfalten. Wir empfehlen Sonderstimmungen deshalb nur, wenn du dich gut auskennst und genau weißt, was du mit dem Harmonium willst.

harmonium In den letzten Jahren sind Harmoniums auf 432 Hertz zunehmend gefragt, weil manche Menschen diese deutlich tiefere Stimmung als weicher und entspannender empfinden oder sie grundsätzlich für natürlicher, harmonischer und heilsamer halten. Deswegen findest du diese Stimmung auch in unserem regulären Sortiment – beim Shanti Kirtan Classic 432. LINK Ansonsten kannst du ein 440-Hertz-Harmonium für Sonderstimmungen mit kleiner Abweichung vom üblichen Standard von Hand umstimmen lassen. Dazu werden Zungen durch Materialabtrag elastischer oder träger gemacht und schwingen dadurch schneller oder langsamer – eine anspruchsvolle Arbeit für Fachleute wie z.B. das Team von India Instruments. Stimmungsänderungen von Hand sind allerdings nur begrenzt möglich. Für einen Wunschton mehrere Hertz höher oder tiefer als 440 Hertz (z.B. 432 Hertz) sollte dein Harmonium von vornherein mit speziellen Zungen ausgestattet werden. Solche Sonderanfertigungen kannst du bei India Instruments bestellen – näheres dazu auf Anfrage.

Zum Schluss noch etwas praktische Physik, Gehörpsychologie und Studiotechnik... Die genaue Schwingungszahl von Harmoniumzungen ist wärmeabhängig. Wenn ein Harmonium in Indien bei oft üblichen 30 Grad Celsius auf 440 Hertz gestimmt worden ist, dann klingt es beim Nachmessen in Europa bei 20 Grad Zimmertemperatur etwa ein bis zwei Hertz höher. Die Metallzungen werden durch die niedrigere Temperatur nämlich etwas steifer. Solche feinen Abweichungen nimmt das Ohr ohne spezielles Training aber kaum als störend wahr. Auffällig verändern kann sich die Tonhöhe allerdings durch übertrieben starkes Pumpen. Das führt zu Überdruck im Instrument – und der hemmt die Schwingung der Zungen und lässt die Tonhöhe damit sinken. Besonders bei tiefen Tönen ist so ein Absacken durch Überdruck deutlich zu hören. Wer mit einem Harmonium in einem guten Tonstudio arbeitet, braucht sich allerdings keine Sorgen zu machen: Wenn das Harmonium getrennt aufgenommen worden ist, kann aktuelle Audiotechnik mögliche Abweichungen von der Wunschtonhöhe hinterher einfach herausrechnen.

Übersicht über unsere Harmoniums hier.


4. Die Mantra-Welle rollt -  Adam Bauer, Nirinjan Kaur, Satyaa & Pari
- Hintergrundinfo von Martin Frischknecht -


Der schweizer Autor und Verleger Martin Frischknecht begleitet die spirituelle Szene in seiner Heimat und anderswo seit Jahrzehnten aus nächster Nähe - und gelegentlich auch mit etwas kritischem Abstand. In der Frühlingsausgabe seiner Zeitschrift Spuren  gibt er kurze Hintergrundinfos zur Mantra-Welle in der Schweiz und stellt exemplarisch drei Bhakti-MusikerInnen vor. Die Print-Ausgabe von Spuren erscheint 4x jährlich und ist für 34 schweizer Franken im Abonnement erhältlich.

Wer hätte das gedacht? Eben noch wurden Mantras so gut wie ausschliesslich in Indien gesungen in der Umgebung von Tempeln und Altären. Bei uns hörte man vielleicht ab und zu mal eine Gruppe von Hare-Krishna-Anhängern ekstatisch singend durch die Strassen ziehen und dazu gesegnetes Gebäck und hinduistische Traktate verteilen. Das war’s dann aber auch.

Seit Anfang dieses Jahrhunderts rollt die Mantra-Welle. An ihrem Anfang stehen Musiker wie Krishna Das, Miten und Premal und Snatam Kaur, die heute als Stars durch die Welt touren. Bei uns intonierte Dechen tibetische Mantras, die Formation Singing Buddhas brachte hinduistische Anrufungen zum Mitsingen unter die Leute. Heute veranstaltet jedes zweite Yoga-Studio Anlässe mit Mantra-Singen. Und es melden sich immer neue Stimmen mit originellen Interpretationen. Grob gesagt lassen sich von den oben genannten Pionieren drei Hauptlinien ableiten.

Adam Bauer Zur Schülerschaft des indischen Gurus Neem Karoli Baba zählt Krishna Das. Adam Bauer spielte viele Jahre die Bassgitarre beim amerikanischen Mantra-Sänger, bevor er sich selbständig machte. Vom leicht melancholischen Timbre her liegt Bauer nahe beim Lehrmeister. Doch erweist er sich auf Wonderville (Mantralogy), produziert von Ben Leibach, als sehr eigenständiger Interpret der Klassiker. Das sind poppige Songs, in denen mehr als einmal eine Slidegitarre gefühlig jammert, als würde Krishna in den Sonnenuntergang reiten.

SatyaaSatyaa hat sich als Mantra-Sängerin einen Namen gemacht im Duett mit ihrem Partner Pari. Als Schüler von Osho stehen die beiden in einer Linie mit Miten und Premal. Mit einem wunderschön gesungenen «Wahe Guru Wahe Jio» eröffnet Satyaa ihr neues Soloalbum Isness. Die weiteren Stücke erreichen diese Dichte nicht mehr und werden vom ersten überstrahlt.

Nirinjan Kaur Bei Nirinjan Kaur verraten bereits Name und Turban, zu welcher Linie sie gehört: wie ihre Namensschwester Snatam Kaur zur zweiten Generation von Sikhs im Gefolge von Yogi Bhajan. Nach eher konventionellen Mantra-Alben hat Nirinjan mit To the Heart (Spirit Voyage) etwas echt Neues gewagt. Begleitet vom innovativen Cellisten und Gitarristen Matthew Schoening passen diese Lieder besser zum Schaffen einer eigenständigen Singer-Songwriterin denn zur Klangwolke eines Eso-Ladens. Und doch atmen Nirinjans leise Songs eine anrührende Stimmung von Andacht und Hingabe – zauberhaft.

Adam Bauers Website.
Satyaa & Paris Website.
Niranjan Kaurs Website.

 


5. WDR Jazzpreis & 70. Geburtstag – Ramesh Shotham
- Glückwunsch von Yogendra -


Er ist eine der inspirierendsten Musikerpersönlichkeiten in der World-Jazz-Szene, erhielt im Februar den WDR Jazzpreis und feierte im Mai seinen 70. Geburtstag – herzlichen Glückwunsch Ramesh Shotham!

Ramesh ShothamRamesh wurde in Madras geboren, dem heutigen Chennai, und begann seine Musikerlaufbahn als autodidaktischer Rock-Schlagzeuger in Indien. Erst in seinen 20er Jahren entdeckte er traditionelle indische Musik für sich und studierte klassische südindische Percussion. 1976 traf er in Mumbai den großen Jazz-Saxofonisten Charlie Mariano und ließ sich schließlich 1980 nach einer Tour mit seinem indischen Jazz Yatra Septet in Köln nieder, wo Charlie Mariano für ihn eine Art Mentor wurde. Seitdem ist er unermüdlich als freier Musiker unterwegs. Ramesh hat mit zahllosen namhaften Solisten und Bands aus aller Welt zusammengespielt und immer wieder eigene Ensembles und Projekte auf die Beine gestellt. Dabei hat er lebenslang gelernt und Spieltechniken und Instrumentarium immer mehr verfeinert und erweitert. So ist er zu einem prägenden Brückenbauer zwischen verschiedensten musikalischen Kulturen geworden.

Den WDR Jazzpreis bekam Ramesh denn auch ganz passend in der Kategorie Musikkulturen. Die Preisverleihung fand im Februar im Rahmen des WDR 3 Jazzfests in Gütersloh statt – natürlich auch mit einem Konzert. Preisträger in der Kategorie Improvisation war der Saxofonist Roger Hanschel. Der hat sich interessanterweise in den letzten Jahren intensiv mit indischer Ragamusik beschäftigt und 2016 unter dem Namen Trio Benares mit Sitarist Deobrat Mishra und Tablaspieler Prashant Mishra die preisgekrönte CD Assi Ghat veröffentlicht. Da drängte sich ein Duett der beiden Künstler geradezu auf. Wie die beiden melodische Artikulation nordindischer Ragas und mathematisch komplexe Rhythmik südindischer Talas miteinander in einem Jazz-Kontext verbinden, lässt sich im Live-Video anschaulich erleben.

Rameshs 70. Geburtstag im Mai wurde standesgemäß mit einem großen Konzert im Stadtgarten in seiner Wahlheimat Köln gefeiert. Dabei stand er mit einer Vielzahl verschiedener Formationen auf der Bühne, angefangen von seiner aktuellen Gruppe Madras Special - New Generation über ein Duett mit Roger Hanschel und sein neues Projekt SONIQ mit Jarry Singla am Klavier und Christina Fuchs auf Saxofon und Klarinette bis hin zum neuen Trio Keshavara von seinem Sohn Keshav, das sich zwischen relaxter Elektronik und latenter Tanzbarkeit bewegt. „Ein wunderbarer Abend mit Familie, Freunden und Kollegen. Ich habe total Spaß gehabt!!“, schrieb Ramesh hinterher.

Von 2008 bis 2011 hatte ich das große Vergnügen, mit Ramesh im Rahmen einer Opern-Produktion am Nationaltheater Mannheim zusammenzuspielen und ihn bei langen Proben und zahlreichen Aufführungen auch persönlich ein wenig kennenzulernen. Er ist ganz sicher einer der freundlichsten, offensten, kreativsten, vielseitigsten, versiertesten, unkompliziertesten und verlässlichsten Musiker, denen ich je begegnet bin. Ich wünsche ihm an dieser Stelle von Herzen noch lange beste Gesundheit und weiter ein erfülltes Musikerleben!

Rameshs Website.


6. Wie geht eigentlich (indische) Musik? (13) – Stille
- Zitat von Alfred Brendel -


In der Reihe „Wie geht eigentlich (indische) Musik?“ bringen wir seit Frühjahr 2016 assoziative, prägnante Anregungen von Künstlern und Intellektuellen.

Alfred Brendel

Ich glaube, die Grundlage von Musik ist Stille. Das fällt einem besonders auf, wenn das Publikum in einem Konzert nicht still ist. Jede bedeutende Musik schließt die Stille ein. Es gibt Werke, bei denen man das sehr deutlich bemerken kann; sie entstehen aus der Stille oder enden darin. Es gibt sprechende Pausen als Partner der Musik, nicht als deren Unterbrechung. Es gibt eine Verbindung zwischen guter Musik und Stille, die es weder bei Muzak noch im Pop gibt.

Der österreichische Pianist Alfred Brendel gilt als einer der bedeutendsten Interpreten klassisch-romantischer Musik des 20. Jahrhunderts. Zitat aus: Studs Terkel: Studs Meets Music  - Studs Terkel im Gespräch mit großen Musikern des 20. Jahrhunderts, S. 82, Verlag Antje Kunstmann


7. Workshops - Juni bis August
- Szene-Info -


Nähere Infos zu allen Angeboten und weitere Termine auf unserer Workshopseite.

Anna Grover 07.-13.06. CH - STECKBORN: Kirtan Flight School mit Dave Stringer
08.-10.06. OCHSENHAUSEN: Einführung in Sarod, Sitar und Tabla mit Maharaj Trio
09.06. DRESDEN: Nada Yoga Workshop mit Sundaram
10.-15.06. BAD MEINBERG: Harmonium- und Kirtan Woche mit Devadas
11.-15.06. BERLIN : Sitar & Tabla Workshop with Govinda Goswami & Mani Shankar
29.06.-01.07. HAMBURG: Bhramari-Kathak-Workshop mit Rita Panesar
30.06. SPEYER: Du bist Klang mit Sundaram
06.-13.07. CH - BLENIO/TESSIN: Sommer Tanzwoche Indischer Tanz Bharata Natyam mit Vijaya Rao
07.07. CH - ST. GALLEN: Tabla Workshop with Manish Vyas
13.-15.07. KÖNIGSHORST/WENDLAND: Bharata Natyam Anfänger Workshop mit P.T.Narendran & Kalamitra
13.-19.07. KÖNIGSHORST/WENDLAND: Bharata Natyam Summerschool mit P.T.Narendran & Kalamitra
15.-20.07. OBERLAHR/WESTERWALD: Weg des Herzens mit Mantra, Yoga & Harmonium mit Marco Büscher
20.-22.07. BAD MEINBERG: Harmonium Lernseminar mit Devadas Mark Janku
10.-12.08. GERODE/HARZ: Nada Yoga - die heilende Kraft des Klangs mit C.Mager, B.Irmer & F.Beese
24.-26.08. OBERLAHR/WESTERWALD: Harmonium Lernseminar mit Marco Büscher
26.-31.08. BAD MEINBERG: Harmonium & Kirtan im klassischen indischen Stil mit Ram Vakkalanka

 

 


8. Konzerte - Juni bis August

- Szene-Info -


Ausführlichere Infos, Ort und Zeit sowie weitere Termine in unserem Konzertkalender.

Carsten Wicke 08.06. STUTTGART: Gopal Prasad - Bansuri
08.06. GB - LONDON: Kirtaniyas - Kirtan
08.06. CH - ST. GALLEN: Smit Tiwari - Sarod
09.06. NL - AMSTERDAM: Abhisek Lahiri - Sarod
09.06. STUTTGART: Gopal Prasad - Bansuri
09.06. CH - KREUZLINGEN: Smit Tiwari - Sarod
09.06. POTSDAM: Sebastian Dreyer - Sitar
09.06. KÖLN: Carsten Wicke - Rudra Veena
10.06. NEUMARKT / OBERPFALZ: Carsten Wicke - Rudra Veena
10.06. STUTTGART: Shahid Khan - Santur & Sarangi
10.06. STUTTGART: Nawab Khan - Santoor
11.06. A - WIEN: Carsten Wicke - Rudra Veena
12.06. F - NICE: Nicolas Delaigue - Sitar/Surbahar
13.06. BERLIN: Govinda Goswami - Sitar
14.06. A - WIEN: Carsten Wicke - Rudra Veena
14.06. CH - WINTERTHUR: Smit Tiwari - Sarod
15.06. CH - LIESTAL: Smit Tiwari - Sarod
15.06. BERLIN: Maharaj Trio - Sarod, Sitar & Tabla
15.06. F - CAEN: Sitardust - IndoJazz
16.06. HAMBURG: Ek Minute Baba - Sitar-Tabla-Rock'n Roll
16.06. MEMMINGEN: Carsten Wicke - Rudra Veena
16.06. BERLIN: Maharaj Trio - Sarod, Sitar & Tabla
16.06. STUTTGART: Rafat Khan - Sitar
16.06. HEIDENROD/SPRINGEN: Kirtaniyas - Kirtan
16.06. CH - BASEL: Smit Tiwari - Sarod
17.06. STUTTGART: Rafat Khan - Sitar
17.06. NÜRNBERG: Carsten Wicke - Rudra Veena
17.06. DRESDEN: Maharaj Trio - Sarod, Sitar & Tabla
19.06. GB - LONDON: Sanjeev Chimmalgi - Khyal
21.06. CH - BERN: Smit Tiwari - Sarod
21.06. HANNOVER: Maharaj Trio - Sarod, Sitar & Tabla
22.06. KRUGZELL: Carsten Wicke - Rudra Veena
22.06. CH - LUZERN: Smit Tiwari - Sarod
22.06. STEINBERG AM SEE: Prem Joshua - World Music
23.06. HERRSCHING / AMMERSEE: Kirtaniyas - Kirtan
23.06. CH - LAUSANNE: Smit Tiwari - Sarod
23.06. CH - BASEL: Carsten Wicke - Rudra Veena
23.06. FREIBURG: Maharaj Trio - Sarod, Sitar & Tabla
23.06. ES - MADRID: Prem Joshua - World Music
23.06. BURG KLEMPENOW: Matyas Wolter - Sitar
23.06. HERRSCHING AM AMMERSEE: Prema Hara - Kirtan
24.06. CH - ZÜRICH: Manish Vyas - Mantra & Chanting
24.06. GB - LONDON: Abhay & Kakoli Shankar Mishra - KathaK Dance
24.06. BERLIN: Ek Minute Baba - Sitar-Tabla-Rock'n Roll
24.06. BERLIN: Satyaa & Pari - Kirtan
25.06. GB - LONDON: Indrayuddh Majumder - Sarod
27.06. LÄRZ: Pulsar Trio - Sitar, Piano, Drums
27.06. NO - OSLO: Kirtaniyas - Kirtan
29.06. STUTTGART: Shouvik Mukherjee - Sitar
30.06. F - CELON: Kirtaniyas - Kirtan
30.06. RO - TUZLA: Prem Joshua - World Music
30.06. SPEYER: Sundaram - Kirtan
30.06. F - CELON: Kirtaniyas - Kirtan
30.06. WEIMAR: Nelly Gian Geier - Vocal & Sarangi
30.06. MAINZ: Maharaj Trio - Sarod, Sitar & Tabla
30.06. BERLIN: Ingo Armbruster & Lydia Brandt - Mantras
30.06. LÄRZ: Ek Minute Baba - Sitar-Tabla-Rock'n Roll
01.07. STUTTGART: Shouvik Mukherjee - Sitar
03.07. SE - SJÖBO: Kirtaniyas - Kirtan
04.07. GB - LONDON: Double Bill Sufi Night - Ghazal & Qawwali
06.07. TRENDELBURG: Pulsar Trio - Sitar, Piano, Drums
06.07. RUDOLSTADT: Shivkumar & Rahul Sharma - Santoor
07.07. RUDOLSTADT: Shivkumar & Rahul Sharma - Santoor
09.07. OBERLAHR: Kirtaniyas - Kirtan
10.07. OBERLAHR: Prema Hara - Kirtan
13.07. METZELTHIN: Pulsar Trio - Sitar, Piano, Drums
14.07. MÜNCHEN: Kirtaniyas - Kirtan
14.07. POTSDAM: Sebastian Dreyer - Sitar
15.07. BADEN BADEN: Anand Kirtan & Family - Kirtan
17.07. BAD MEINBERG: The Love Keys - Kirtan
18.07. STUTTGART: Bhaskar Das - Bansuri
20.07. LÜNEBURG: Pulsar Trio - Sitar, Piano, Drums
20.07. ES - BARCELONA: Kirtaniyas – Kirtan
21.07. SCHWERIN: Pulsar Trio - Sitar, Piano, Drums
21.07. A - WIEN: Sitar & Bansuri Konzert mit Kathak
21.07. STUTTGART: Iman Das - Vocal
22.07. POSTFELD: Pulsar Trio - Sitar, Piano, Drums
22.07. STUTTGART: Iman Das - Vocal
23.07. PT - IDANHA-A-NOVA: Prem Joshua - World Music
27.07. LT - AUKSINE GIRIA: Kirtaniyas - Kirtan
29.07. CH - BRIENZ: Prema Hara - Kirtan
04.08. EE - ADILA PUHKEKESKUSES: Kirtaniyas - Kirtan
05.08. BE - LIEGE: Sitardust - Strings
08.08. BERLIN: Carsten Wicke - Rudra Veena
10.08. HANNOVER: Carsten Wicke - Rudra Veena
11.08. HILDESHEIM: Carsten Wicke - Rudra Veena
12.08. KALL: Carsten Wicke - Rudra Veena
14.08. BAD MEINBERG: The Love Keys - Kirtan
14.08. I - CASOLE D'ELSA: Prem Joshua - World Music
15.08. BG - PRAVETS: Dave Stringer - Kirtan
18.08. BERLIN: Indigo Masala - Acoustic Raga Chamber Jazz
23.08. I - PETTENASCO: Prem Joshua - World Music
24.08. BAD MEINBERG: Karnamrita & Vijay Krsna - Kirtan
26.08. BAD MEINBERG: Vijay Krsna & Friends - Kirtan
26.08. BE - BEAURAING: Sitardust - IndoJazz

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