Rundbrief November / Dezember 2014

Inhalt

1. Schnörkellose Einfachheit - Harmonium Paloma Basic
2. Weihnachtsaktion - 2 CDs zum Preis von einer
3. In Memoriam - Dr. Trina Purohit-Roy
4. Er ließ die Tabla singen - Faiyaz Khan
5. Musik mit Anspruch - YogiTownRecords' CD Début
6. Grammy-Nominierung - Kirtan-Alben im Rennen
7. Indischer Nationalismus - Yoga-Minister und Deutsch-Verbot
8. Workshops - Dezember bis Februar
9. Konzerte - Dezember & Januar


1. Schnörkellose Einfachheit - Harmonium Paloma Basic
- Neu im Sortiment -


Unser neues Harmoniummodell Paloma Basic 25 S ist ein schnörkellos einfach gebautes Instrument zum Mini-Preis. Die Ausstattung ist auf das Nötigste reduziert; auf alle Extras wurde verzichtet. Das Ergebnis ist ein unschlagbar günstiges, robustes und leichtes Instrument. Ideal für alle, die ein Harmonium für möglichst wenig Geld suchen. Oder ein Zweitinstrument für unterwegs. Oder ein Probierstück für Schüler oder Kinder. Oder eine Shrutibox, mit der man auch Melodien spielen kann... Paloma Basic Harmonium

Da das Paloma Basic nur eine einzige Zungenreihe besitzt, erreicht es nicht die klangliche Fülle der üblichen Harmoniums mit Doppelzungen. Es hat dadurch allerdings einen erheblich geringeren Luftdurchsatz, so dass der relativ kleine Balg für stabile Luftzufuhr auch bei Akkordspiel ausreicht. Der klare und sehr direkte Klang dringt auch beim Singen in Gruppen gut durch. Die Material- und Verarbeitungsqualität ist sehr einfach und die transparenten Schelllackoberflächen sind relativ grob lackiert. Die Spielbarkeit wird dadurch aber nicht eingeschränkt. Bordunklänge lassen sich einstellen, indem man den Deckel abhebt und die Metallfedern der gewünschten Tasten seitlich hinunterschiebt. Durch die kompakten Maße und das geringe Gewicht lässt sich das Paloma Basic platzsparend aufbewahren und sicher einhändig tragen. Eine Tragetasche ist im Preis inbegriffen.

Das Paloma Basic ist ab sofort für 230,- Euro (zzgl. 6,90 Euro Versandkosten innerhalb Deutschlands) bei uns erhältlich. Fotos und weitere Infos hier.

 


2. Weihnachtsaktion - 2 CDs zum Preis von einer
- Sonderangebot -


Noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk? Stöbern Sie doch mal in unserem CD-Sortiment! Bei allen Bestellungen, die bis 24.12. bei uns eingehen, bekommen Sie zu jeder gekauften CD eine weitere geschenkt! Suchen Sie sich einfach zwei CDs aus - und bezahlen Sie nur die teurere der beiden! Oder nehmen Sie gleich vier (oder sechs, oder acht, oder...) - wir berechnen Ihnen immer nur die teurere Hälfte der gewünschten Platten. Das Angebot gilt für alle CDs außer denen in der Rubrik Lehrmaterial.
CDs
Klassische indische Musik bietet Hörgenuss für anspruchsvolle Kunstliebhaber, wird aber auch zur Unterstützung von Meditation, im Nada Yoga und zum Dosha-Ausgleich im Ayurveda eingesetzt. Populäre Instrumente sind Sitar, Sarod, Bambusflöte, Santur und Tabla. In Indien selbst wird allerdings die menschliche Stimme als edelstes Instrument und Ursprung der Musik angesehen. Deshalb finden Sie bei uns auch eine breite Palette von Gesangsaufnahmen. Eine Übersicht zu CDs mit klassischer indischer Musik gibt es hier.

Neben der klassischen indischen Musik bieten wir auch noch eine Fülle anderer Stile. Das Spektrum reicht von Fusion und Weltmusik über Bhajans, Thumris, Mantras, Qawwali, Ghazal und regionale Volksmusik bis hin zu Film- und Tanzmusik. Auch einige Hörbücher haben wir im Sortiment. Eine Übersicht aller nicht-klassischen CDs gibt es hier.

 


3. In Memoriam - Dr. Trina Purohit-Roy
Nachruf von Ananda Samir Chopra -


Purohit Esraj Wer sich im Deutschland der 1970er und 1980er Jahren mit klassischer Hindustani Musik beschäftigte, kam meist mittelbar oder unmittelbar mit Frau Dr. Purohit-Roy in Berührung. 1976 gründete sie in Bonn das Tagore-Institut e. V., in dessen Rahmen sie klassische Hindustani Musik (vor allem Sitar und Surbahar), Tagore-Lieder und indische Sprachen (insbesondere Bengali) unterrichtete. Ein Besuch im Tagore-Institut zu jener Zeit machte rasch deutlich, dass man hier nicht nur in einen Kulturverein hineinschnupperte, sondern mit großer Herzlichkeit in einer Art Familie empfangen wurde. Zentrum dieser Familie aus sehr vielfältigen und unterschiedlichen Persönlichkeiten war Frau Dr. Purohit-Roy. In Erinnerung bleibt vor allem die freundliche menschliche Begegnung. Kaum jemand verließ das Haus, ohne gegessen zu haben. Die Präsenz ihres Sohnes, der trotz schwerer Behinderung ein feines Gehör für musikalischen Klang besitzt, trug zur Atmosphäre bei. Mancher berühmte Musiker fühlte sich in dieser familiären Umgebung wohl. Dem Verfasser werden die Besuche von Manfred Junius, von Nasir Aminuddin Dagar und von Ravi Shankar besonders in Erinnerung bleiben. Letzterer komponierte und dichtete während seines Besuchs 1985 gar ein kurzes Musikstück zu Ehren Tagores und lehrte es auch sofort.

Geboren 1927 als jüngstes Kind einer gebildeten bürgerlichen Familie in der Kulturmetropole Kalkutta, erhielt Frau Dr. Purohit-Roy eine umfassende Schulbildung und lernte bereits seit früher Kindheit klassische Hindustani Musik und Tagore-Lieder. Von Mohammad Dabir Khan, einem der letzten großen Vertreter der Senia-Tradition, wurde sie als Schülerin initiiert. Besonders prägend war aber der Unterricht in Sitar und Surbahar bei Bimalakanta Roychoudhury und Jitendra Mohan Sengupta, beide Schüler des legendären Enayat Khan. Zeitlebens pflegte sie den Stil ihrer Lehrmeister, wie folgende Anekdote deutlich macht: Im Rahmen einer Veranstaltung in Darmstadt spielte 1991 ein Ensemble ihrer Schüler den Raga Bhimpalasi. Zufällig war unter den Zuhörern Imrat Khan, Meister auf Sitar und Surbahar und jüngerer Sohn von Enayat Khan. Während der Darbietung sagte Imrat Khan zu Frau Dr. Purohit-Roy: „Sie haben ja alles genau so beibehalten!“. Der andere prägende Einfluss für sie war das Werk Rabindranath Tagores. Ende der 1940er Jahre kam sie als Studentin erstmals nach Shantiniketan an die von Tagore gegründete Vishva Bharati Universität.

Im Rahmen eines internationalen Austauschprogramms gelangte Frau Dr. Purohit-Roy 1952 nach Deutschland an die Universität Bonn. Aus dieser Zeit bewahrte sie sich eine genaue Kenntnis und Wertschätzung klassischer europäischer Musik. Noch vor wenigen Jahren bat sie Besucher aus Deutschland darum, ihr Aufnahmen der Bachschen Matthäus-Passion mitzubringen. 1957 kehrte sie nach der musikwissenschaftlichen Promotion an die Musikfakultät der Vishva Bharati Universität zurück. Hier heiratete sie und ihr schwer geistig und körperlich behinderter Sohn Projnan wurde geboren. Als sie 1962 erneut für ein Forschungsprojekt nach Bonn kam, blieb sie, auch aus Sorge um ihren Sohn, bis 1992 gut 30 Jahre in Deutschland. Während dieser Zeit wirkte sie in Bonn vor allem durch das Tagore-Institut. Aus ihrer dortigen Arbeit erwuchs das Bändchen „Begegnungen mit Rabindranath Tagore“. Frau Dr. Purohit-Roy unterrichtete sehr individuell; der Schüler sollte ausgehend von seiner individuellen Situation unterrichtet werden. Entscheidenden Einfluss hatte sie auf Veröffentlichungen ihrer SchülerInnen Rosina Sonnenschmidt (Bhairavi-Ragini: Studien zu einem nordindischen Melodietyp) und Lars-Christian Koch (Zur Bedeutung der Rasa-Lehre für die zeitgenössische nordindische Kunstmusik und My Heart Sings: die Lieder Rabindranath Tagores zwischen Tradition und Moderne).

1992 entschloss sich Frau Dr. Purohit-Roy, nach Indien zurückzukehren und ließ sich in Shantiniketan nieder. Auch hier blieb sie nicht untätig sondern gründete einen Verein für kulturelle Bildung Behinderter und Benachteiligter. Weiterhin inspirierte sie viele Menschen, die zum Teil aus der ganzen Welt an die Vishva Bharati Universität kamen; als Beispiel dafür sei der englische Autor Joe Winter genannt, der seine englische Übersetzung von Tagores Werk Lipika aus dem Jahre 2002 ausdrücklich Frau Dr. Purohit-Roy gewidmet hat. In den letzten Jahren führte sie ein zurückgezogenes Leben. Am 22. Juni diesen Jahres verstarb Frau Dr. Purohit-Roy nach tapfer ertragenem schweren Leiden in Shantiniketan. Viele, die von ihr inspiriert wurden oder von ihr lernen durften, erinnern sich an die Worte der von ihr geschätzten Bhagavadgita: „Die Seele stirbt nicht, selbst wenn der Körper getötet wird.“

Ananda Samir Chopra war Schüler von Dr. Trina Purohit-Roy und studierte Indologie und Medizin. Er war langjähriger ärztlicher Leiter der Ayurveda-Abteilung der Habichtswald-Klinik in Kassel und forscht zur Zeit zu Geschichte und Praxis von Ayurveda an der Universität Heidelberg.

 


4. Er ließ die Tabla singen - Faiyaz Khan
- Nachruf von Daniel Fuchs -


Faiyaz Khan Der legendäre Tablameister Faiyaz Khan ist am 12. November im Alter von 80 Jahren verstorben. Die klassische nordindische Musik hat ein strahlendes Licht der Delhi-Schule verloren. Seine tiefe Musikalität und seine Wärme im persönlichen Kontakt berührten zahllose Menschen auf der ganzen Welt. Geboren und aufgewachsen ist Faiyaz Khan in Sikar in Rajasthan. Seine Karriere begann er in den 1950er Jahren bei den All India Radio Sendern in Jaipur und Delhi. Seitdem tourte er weltweit mit Künstlern wie Thumri-Königin Siddheshwari Devi, den Sarodmeistern Hafiz Ali Khan und Sharan Rani, den Sitarlegenden Nikhil Banerjee und Vilayat Khan und dem Flötenvirtuosen Hariprasad Chaurasia, um nur einige zu nennen. Nebenbei gab er Meisterkurse in Indien und dem Ausland. Nach seinem altersbedingten Ausscheiden bei All India Radio unterrichtete er noch 20 weitere Jahre am Gandharva Mahavidyalaya in Delhi. Mit mehreren Generationen klassisch indischer Top-Künstler saß er auf der Bühne und ist auf zahllosen Aufnahmen zu hören.

Faiyaz Khan war besonders bekannt für seine exzellente Begleitung von Vokalmusik. Er war stolz darauf, viele Runden in extrem langsamem Ektal (über eine Minute pro Zyklus) spielen zu können, ohne nennenswert von der ursprünglichen Geschwindigket abzuweichen. Er war einer der gefragtesten Vokalbegleiter in Delhi und begleitete etliche große Meister des Khyal-Gesangs aus ganz Indien, darunter auch Mallikarjun Mansur, mit dem er 1992 in Delhi dessen letzte Konzerte spielte. Er hinterlässt zwei Söhne, fünf Töchter und mehrere Enkel, die seine musikalische Tradition weiterführen.

Faiyaz Khansahib, wie Schüler und Bewunderer ihn nannten, war zweifellos der bescheidenste, demütigste und freundlichste Mensch, den man sich denken kann. Er war niemals abgehoben, weder als Musiker noch im täglichen Leben - das in seinem Fall nicht von der Musik zu trennen war. Er war ein einfacher Mann in der schönsten Wortbedeutung - sein Leben war nichts als Musik, und nie das Ränkespiel und der falsche Glanz, die die Musikszene oft umgeben. Mit Vergnügen begleitete er jüngere und unbekanntere Musiker, um ihnen dadurch zu helfen, oft auch für wenig oder gar kein Geld. Der in Delhi lebende Sarodspieler Biswajit Roy Chowdhury ist einer jener Künstler, die voller Lob und Dankbarkeit für ihn sind: "Ich habe ihn immer nur mit Ustad (Meister) angeredet, und genau das war er auch. Wie viel Zuneigung meine Familie und ich von ihm empfangen haben! Er spielte mit mir wann immer ich ihn darum bat - überall, mit oder ohne Gage. Die Welt wird kleiner ohne dich, Ustad.".

Am Tag von Faiyaz Khansahibs Tod hat Peshkar seine erste (und meines Wissens nach auch einzige) Tablasolo CD für nicht-kommerzielle Nutzung öffentlich zugänglich gemacht. Es war auch die erste von Peshkars CD-Veröffentlichungen, zusammen mit Abdul Latif Khans Sarangisolo (auch dessen erste CD). Die Aufnahme wurde 1992 im S. Kalyani Studio in Delhi gemacht. Private Weitergabe ist ausdrücklich erwünscht.

Daniel Fuchs hat in den 1990er Jahren Tabla bei Faiyaz Khan in Delhi gelernt. Er war Gründer und alleiniger Betreiber des CD-Labels Peshkar, für das er 1994 Faiyaz Khans einzige kommerzielle Tablasolo-Aufnahme produziert und veröffentlicht hat.

 


5. Musik mit Anspruch - YogiTownRecords' CD Début
- Szene-Report von Yogendra -


2003 hat die Yoga Vidya Bewegung die lippesche Kleinstadt Bad Meinberg zu ihrem neuen Hauptsitz gemacht und dort seitdem das größte Yogazentrum Europas aufgebaut. Inspiriert von der dynamischen Entwicklung des Yoga Vidya Zentrums haben sich im Lauf der Jahre mehr und mehr Menschen mit Verbindungen zu yogischen Ideen in und um Bad Meinberg niedergelassen. Aus diesem Umfeld heraus entstand die Initiative Yogastadt um KarmaKonsum-Gründer Christoph Harrach: Nach ihren Ideen soll sich Bad Meinberg nach massiven Einbrüchen im traditionellen Kurbetrieb von einem Kurort in eine Modellstadt für nachhaltiges und gesundes Leben im ländlichen Raum verwandeln. Orientiert an den yogischen Prinzipien von Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper, den Mitmenschen und Mitgeschöpfen und dem Streben nach Frieden im Innern, im Außen und in der Welt, sollen sich Bürger und Yogis miteinander vernetzen, um die Chancen, die aus dem Megatrend Yoga für Bad Meinberg resultieren, gemeinsam zu nutzen.

Eine erste konkrete Frucht der Yogastadt-Idee ist das einzigartige neue Musiklabel YogiTownRecords (YTR), gegründet im Januar 2014 von Harfenist Klaus Heitz und Multiinstrumentalist und Produzent Ananda Danilo Steinert. YTR möchte nicht nur spirituelle Musik vermarkten, sondern Entfaltungsmöglichkeiten für künstlerische Potentiale bieten. Der Einzelne soll das gemeinsame Projekt unterstützen und die Gemeinschaft ebenso den Einzelnen. Verschiedene Generationen und künstlerische Sparten sollen über die Arbeit an CD-Projekten miteinander in Kontakt und Austausch kommen und sich gegenseitig inspirieren. Ein Teil der erzielten Gewinne soll verwendet werden, um soziale, umweltrelevante und nachhaltige Projekte zu unterstützen. Unter dem Titel Début ist im Oktober die erste YogiTown-CD erschienen. Sie kommt in charmantem Design daher und verbindet den ideellen Anspruch gekonnt mit den hohen künstlerischen und technischen Standards einer professionellen Produktion.

Yogitown Records Début bietet ein bunt schillerndes Spektrum von 14 Tracks mit verschiedenen Solisten oder Ensembles aus dem Umfeld von Yoga Vidya. Von schamanischen Liedern über moderne Mantra-Adaptionen, klassisch-jüdische Musik, Soul, Funk und Rock bis zu indischen Ragas ist alles dabei. Renommierte Profimusiker sind ebenso zu hören wie Nachwuchskünstler und bisher unentdeckte Talente. Einer der Clous dabei: Bei vielen Stücken wirken Musiker als begleitende Sänger oder Instrumentalisten mit, die auf anderen Tracks ihre eigene Musik präsentieren. Ein anderer: Im fünfzehnten und letzten Track sind alle Künstler, die zu Début beigetragen haben, zusammen in einem gemeinsamen Stück zu hören - und das hat Ohrwurmqualität. So lässt sich eine große Individualität in den Stimmen erleben, eine wunderbare Vielfalt der Klänge und Stile und hinter all dem eine tiefe Stille. Und noch ein letzter Clou: Mit Gewinnen der CD unterstützt YTR das Brahma Vidya Hilfswerk, das sich für Schulbildung und Gesundheitsvorsorge für Kinder in Not und hilfsbedürftige Menschen in Indien und weltweit engagiert.

Auch beim Vertrieb grenzt sich YTR bewusst von der Musikindustrie ab. Début wird wohl nicht im normalen Handel erhältlich sein, sondern nur im Direktvertrieb über die Netzwerke von Yoga Vidya, auf Konzerten, bei den beteiligten Künstlern und in ausgewählten Geschäften. Ab sofort ist Début für 15,- Euro (zzgl. 1,95 Euro Versandkosten innerhalb Deutschlands) auch bei India Instruments zu haben. Bei Bestellungen bis 24.12. gilt übrigens unser Weihnachts-Sonderangebot: Zwei (verschiedene) CDs bestellen und nur eine bezahlen (s.o.)!

Reinhörvideo.
Website von YogiTownRecords.
Website der Yogastadt-initiative.

 


6. Grammy-Nominierung - Kirtan-Alben im Rennen
- Szene-Report von Yogendra -


Die seit 1959 verliehenen Grammys sind für die weltweite Musikindustrie so etwas wie die Oscars für die Filmwelt. Auch die stetig wachsende Kirtan-Gemeinde fiebert inzwischen der nächsten Grammy-Verleihung am 8.2.2015 entgegen. Einen eigenen Grammy für gesungene Kirtan-Chant-Mantra-Yoga-Musik gibt es bisher (trotz rund 80 Preiskategorien) noch nicht - sie wird in der Kategorie New Age geführt. Aber dort nimmt sie von Jahr zu Jahr mehr Raum ein. Unter den 78 Alben, die aus über 300 Bewerbungen für das offizielle Nominierungsverfahren der amerikanischen National Academy of Recording Arts & Sciences (NARAS) ausgewählt worden sind, sollen nach Insiderberichten allein 18 Titel mit Kirtan- oder Mantramusik sein, darunter die neuesten Platten von so bekannten (und verschiedenen) Künstlern wie Snatam Kaur, Krishna Das, Deva Premal, Jai Uttal, Manish Vyas und Prem Joshua. Aus dieser noch recht langen Vorschlagsliste wählen die gut 12.000 NARAS-Mitglieder im November die fünf offiziellen Nominierungen für das beste New Age Album aus. Wer es bis dahin schafft, darf sich für den Rest seines Lebens mit dem prestigeträchtigen Titel Grammy-Nominierter schmücken. Die Nominierungsliste wird am 5.12. bekanntgegeben.

Grammy Nominations Bis zur offiziellen Nominierung haben es bisher erst zwei Kirtan-Künstler geschafft: Jai Uttal wurde 2002 mit dem grenzüberschreitenden Album Mondo Rama nominiert und Krishna Das 2012 mit dem ganz traditionellen Live Ananda. Krishna Das erhielt dafür sogar Gelegenheit zu einem vielbeachteten Auftritt bei der offiziellen Preisverleihungsshow. Für einen Grammy-Gewinn reichte es zwar für keinen der beiden, aber zumindest rückten sie Kirtan ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Nach der aktuellen Vornominierungswelle scheint es jetzt nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis es weitere Kirtanalbum auf die Nominierungsliste schaffen und schließlich auch eines auf dem Siegerpodest landet. Vielleicht gibt es dann ja auch irgendwann einen eigenen Kirtan-Grammy. Die schon recht angestaubte und manchen Künstlern regelrecht peinliche Schublade New Age dürfte auf Dauer jedenfalls zu eng sein für all das, was sich in den letzten Jahren an musikalischer Vielfalt in der Kirtan-Szene entwickelt. Aber vielleicht gibt es auch gar keine passende Grammy-Kategorie für Kirtan? Schließlich geht es dabei nicht um einen bestimmten Musikstil, sondern um eine spirituelle Praxis. Und die hat mit dem Grammy-Glamour der Musikindustrie ja eigentlich gar nichts zu tun... ..

Nähere Infos zur Grammy Vornominierungen von Kirtan Alben.
Diskussion zur Kategorien-Einordnug von Kirtan.

 


7. Indischer Nationalismus - Yoga-Minister und Deutsch-Verbot
Nachrichtenhintergrund von Yogendra -


Die global wachsende Yogabewegung wird sich freuen: Im Zuge der jüngsten Kabinettsumbildung Anfang November hat Indien mit Shripad Yesso Naik jetzt den weltweit ersten Minister für Yoga. Nairs weitere Zuständigkeiten sind Ayurveda, die arabisch-islamische Medizinlehre Unani, die tamilische Medizinlehre Siddha, Homöopathie und Naturheilkunde. In Deutschland würde man ihn wohl als Minister für Komplementärmedizin und präventive Gesundheitsförderung bezeichnen. Mit der Ernennung von Nair setzte Indiens Premierminister Narendra Modi ein vielbachtetes politisches Zeichen. Modi ist selbst Yoga-Praktizierender und Vegetarier und hatte schon Ende September vor der UN-Generalversammlung einen internationalen Yoga-Tag gefordert. Für ihn ist Yoga nicht nur eine Leibesübung, sondern eine Methode, sich mit der Welt und der Natur zu verbinden. Indem die Menschen ihren Lebensstil und ihr Bewusstsein änderten, könnten sie auch besser mit dem Klimawandel umgehen, sagte Modi vor den UN.

Narendra Modi Das neu geschaffene Yogaministerium soll aber nicht nur die Volksgesundheit fördern, sondern auch die Wirtschaft. Der neue Yogaminister Naik, bisher als Tourismusminister im Kabinett, dürfte seinen Fachbereich eng mit der Tourismusindustrie verbinden. Dadurch könnte sich Indien zu einem weltweiten Zentrum für Wellness und Medizintourismus entwickeln. Mit diesem Schachzug verbindet Modi seine Initiativen zugunsten der indischen Wirtschaft mit der nationalistischen Agenda einer Stärkung indischer Traditionen. Oft wird ihm vorgeworfen, damit eine neue Hindu-Dominanz aufbauen und Muslime und andere religiöse Minderheiten an den Rand der Gesellschaft drängen zu wollen. Diesem Vorwurf hat Modi aber mit der Einbindung des islamischen Unani-Systems und der ursprünglich deutschen Homöopathie in das neue Ministerium zumindest an dieser Stelle den Wind aus den Segeln genommen.

Problematisch wirkt sich das neue nationalistische Primat aber beim schulischen Sprachunterricht aus. Nach Protesten des Verbandes der Sanskrit-Lehrer hat die staatliche Schulkette KVS mit rund 1.000 Schulen das erst 2009 eingeführte Fach Deutsch als dritte Fremdsprache jetzt wieder abgeschafft. Die Deutschschüler müssen nun auf Sanskrit oder eine andere indische Sprache umschwenken. Deutsch darf nur noch als Hobbyfach angeboten werden. Die Sanskrit-Lehrer hatten den Deutschunterricht als Verrat an der eigenen Kultur bezeichnet. Im vorauseilenden Gehorsam hat KVS Verwaltungsratsleiterin Smriti Zubin Irani, Ministerin für Human Resources Deveopment im Kabinett Modi und Mitglied im rechtsradikalen RSS, das Aus für die deutsche Sprache an ihren Schulen veranlasst. Es solle zudem ermittelt werden, wie es zu der Deutsch-Initiative überhaupt kommen konnte. Den Verantwortlichen drohen persönliche Konsequenzen, hieß es. Die neue Sprachenpolitik im indischen Bildungssystem belastet das deutsch-indische Verhältnis und dürfte der Weltoffenheit und der wirtschaftlichen Entwicklung in Indien eher schaden. Bundesaußenminister Steinmeier hatte sich für das Deutsch-Programm eingesetzt. Zuletzt suchte der deutsche Botschafter in Indien, Michael Steiner, das Gespräch mit den Sanskrit-Lehrern, um für ein Miteinander der Sprachen zu werben.

 


8. Workshops - Dezember bis Februar
- Szene-Infos -


Workshops sind eine gute Gelegenheit, neue Inspiration für die Beschäftigung mit indischen Instrumenen, indischer Musik und indischem Tanz zu bekommen und sein Verständnis zu vertiefen. Das möchten wir gerne fördern! Deshalb veröffentlichen wir regelmäßig eine ßbersicht aktueller Workshoptermine hier im Rundbrief. Nähere Infos zu allen Angeboten und weitere Termine gibt es immer auf unserer Workshopseite.

Workshop 02.01. - 04.01. OBERLAHR: Harmonium Lernseminar
23.01. - 25.01. BAD MEINBERG: Harmonium Lernseminar
24.01. BERLIN: Harmonium Schnuppertag mit Yogendra
14.02. - 15.02. DRESDEN: Kathak-Tanz mit Ioanna & Ravi Srinivasan
27.02. - 01.03. WANGERLAND: Harmonium Lernseminar

 


9. Konzerte - Dezember & Januar
- Szene-Infos -


Die Wintermonate sind wie immer ein Tiefpunkt für indische Musik in Mitteleuropa - die meisten Künstler sind für die Wintersaison in Indien. Einen bemerkenswerten Höhepunkt bildet aber das All-Star-Konzert mit Kushal Das, L. Subramaniam, Amjad Ali Khan und Hariprasad Chaurasia Ende Januar in Paris. Ausführlichere Infos, Ort und Zeit sowie weitere Termine für 2015 wie immer in unserem Konzertkalender.

Kushal Das 03.12. A - SAALFELDEN: Klaus Falschlunger - Sitar
04.12. KÖLN: Satyaa & Pari - Kirtan
06.12. MÜNCHEN: Satyaa & Pari - Kirtan
06.12. BREEST: INDIGO MASALA - World Music Stories
07.12. MÜNCHEN: Satyaa & Pari - Kirtan
09.12. B - MAASMECHELEN: Ashim Chowdhury - Sitar
10.12. KONSTANZ: Indrajit Roy Chowdhuri - Sitar
11.12. B - BRUXELLES: Ashim Chowdhury - Sitar
13.12. BONN: Ashim Chowdhury - Sitar
19.12. NL - AMSTERDAM: Mehfil - The Winter Edition
20.12. CH - ZÜRICH: BhaktiBeats Christmas Celebration
20.12. BERLIN - The Jivamuktis - Kirtan
21.12. NL - UTRECHT: Shantala (4+)
- 2015 -
17.01. DARMSTADT: Indigo Masala - World Fusion & Kathak
31.01. F - PARIS: Kushal Das (sitar), L. Subramaniam & Ambi Subramaniam (violin), Amjad Ali Khan, (sarod), Hariprasad Chaurasia (bansuri)

Zurück