Mridangam

Die Quertrommel Mridangam ist die wichtigste Trommel der klassischen südindischen (karnatischen) Musik.

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Ihr kräftiger, charakteristisch metallisch schnarrender Klang gibt ihr eine gute Durchsetzungsfähigkeit, und dank einer differenzierten Fingeranschlagstechnik lassen sich faszinierend komplexe Rhythmen auf ihr spielen. Sie ist in fast jedem klassisch karnatischen Ensemble zu finden, sei es bei der Begleitung von Sängern oder Instrumentalisten, bei der Tanzbegleitung oder als führendes Instrument zusammen mit Ghatam, Kanjira und Morsing in Percussion-Gruppen. Bau und Spielweise ähneln der nordindischen Pakhawaj.

Klangbeispiel einer unserer Mridangam eingespielt von Jens Petersen.

Ausstattung

Der Korpus der Mridangam wird meist aus einem einzigen Stück Jack-Holz herausgeschnitzt, einem sehr harten, langlebigen Holz mit guten Klangeigenschaften, das auch für den Bau von Saraswati-Vinas erste Wahl ist. Der Korpus hat am einen Ende eine größere Öffnung und am anderen Ende eine kleinere. Auf diese beiden Öffnungen werden die Felle aufgezogen. Sie werden von einem Lederriemen unter Spannung gehalten, der über die ganze Korpuslänge zwischen beiden Fellen hin und her gezogen ist.

Die Felle der Mridangam ähneln denen von Tabla oder Pakhawaj, sind allerdings erheblich dicker. Sie werden aus Ziegenhaut gemacht und sind in mehreren Schichten aufgebaut. Der schwarze Fleck (Atham oder Karanai) auf dem kleineren Fell besteht aus Reisstärke als Bindemittel und Eisenoxid als Masse und wird kleinflächiger und dicker aufgetragen als bei den nordindischen Trommeln. Der äußere Fellring, der das durchgehende Hauptfell überlappt, nimmt eine große Fläche ein, so dass zwischen ihm und der schwarzen Masse nur ein sehr schmaler Ring des Hauptfells frei liegt. Der überlappende äußere Fellring wird oft noch mit Strohhalmen unterfüttert, um einen typisch rasselnden Klang zu erzeugen. Auf dem größeren Fell wird keine schwarze Masse aufgebracht. Auch Stimmklötze unter dem Spannriemen werden bei Mridangams traditionell nicht verwendet.

Eine Tragetasche ist im Preis inbegriffen.

Allgemeine Angaben

Name
Die Bezeichnung Mridangam leitet sich ab aus den Sanskritwörtern "mrid" für "Erde" oder "Ton" und "ang" für "Körper". Der Korpus von Mridangams wurde wohl ursprünglich aus getrocknetem oder gebranntem Ton gemacht. Heute werden Mridangams aber nur noch aus Holz geschnitzt. Das kann zu Verwirrung führen, denn mitunter wird auch die bengalische Quertrommel Khol mit ihrem traditionellen Tonkorpus als Mridangam bezeichnet, vor allem in Kreisen der Krishna-Verehrer. Wegen unterschiedlicher Transkriptionssysteme der verschiedenen südindischen Schriften gibt es auch eine Reihe abweichender Schreibweisen - Mridanga, Mrudangam, Mrdangam, Mrithangam, Miruthangam und Mirudhangam meinen alle das gleiche Instrument.

Geschichte
Die Mridangam taucht schon im indischen Altertum in Mythen, Skulpturen und Malerei auf. Sie ist dort verbunden mit dem elefantenköpfigen Gott Ganesha und soll auch von Nandi, dem mythischen Reittier des großen Gottes Shiva, zu dessen Tanz bei Erschaffung und Zerstörung der Welt gespielt worden sein. Aus der ursprünglich einfachen tönernen Trommel entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte ein raffiniert ausdifferenziertes klassisches Musikinstrument. Besonders Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte das Mridangam-Spiel dank einer Generation herausragender Musiker eine bis dahin unbekannte Blüte. Auf diese Zeit gehen auch die beiden heutigen Hauptstile zurück, die Puddukottai- und die Thanjavur-Schule.

Bassfell-Präparierung
Das Bassfell muss zum Spielen mit einer beschwerenden Masse präpariert werden, um seinen tiefen Klang zu bekommen. Traditionell wird dazu jeweils frisch ein Teig aus Mehl und Wasser aufgetragen. Um das andauernde lästige Teigauftragen zu umgehen, kann man das Bassfell dauerhaft mit dem Dichtungskitt Plastik-Fermit präparieren. Er ist für wenig Geld in Baumärkten, im Sanitärbedarf und in vielen Internetshops erhältlich. Eventuelle Teigreste auf dem Fell müssen vor dem Auftragen gründlich entfernt werden, um gute Haftung zu gewährleisten. Aus dem Plastik-Fermit wird erst eine dünne Grundschicht fest auf das Fell gedrückt. Darauf kann man nach Bedarf weitere Masse auftragen bis die gewünschte Tonhöhe erreicht ist. Das Plastik-Fermit kann dauerhaft auf dem Fell belassen werden, ohne Schaden anzurichten. Es kann aber auch jederzeit wieder entfernt werden. Nach mehreren Monaten wird es meist spröde und beginnt abzubröseln. Dann kann es komplett ersetzt werden. Wer es von der traditionellen Teigpräparierung her gewohnt ist, mit etwas Wasser an den Fingern zu spielen, kann das auch mit Plastik-Fermit tun - das Fell wird dadurch leicht befeuchtet und gewinnt an Weichheit. Wenn das Fell ein so hohe Grundspannung hat, dass auch mit einem sehr dicken Auftrag von Plastik-Fermit nicht der gewünschte tiefe Ton erreicht wird, sollte die Grundspannung des Felles etwas gelockert werden. Das verlängert auch die Lebensdauer des Fells. Plastik-Fermit darf nicht mit Aqua-Fermit verwechselt werden - Aqua-Fermit ist ölhaltig und schädigt bei längerem Gebrauch dem Fell.

Hersteller

PALOMA ist der internationale Markenname für Instrumente von Haribhau Vishwanath aus Mumbai (früher Bombay). Haribhau Vishwanath wurde 1925 als kleines Reparaturgeschäft gegründet und hat sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem der führenden indischen Harmoniumbauer entwickelt. Daneben werden noch Shrutiboxen, Santurs, Swarmandals und einige Trommeln gebaut. Haribhau Vishwanath ist aber auch im Instrumentenhandel aktiv und besorgt uns einige selten nachgefragte Instrumente, bei denen sich ein Direkteinkauf beim Hersteller nicht lohnen würde. Dank guter Infrastruktur und langer Erfahrung in Instrumentenbau, Handel und internationalem Versand liefert Haribhau heute alle gängigen Harmoniummodelle und viele weitere Instrumente in gleichbleibend hoher Verarbeitungsqualität und glänzt zudem noch mit attraktiven Innovationen wie z.B. dem Harmonium Compactina oder einer speziellen seidenmatten Oberflächenbehandlung. Haribhau Vishwanath ist seit 2005 Partner von India Instruments.

Stimmung

India Instruments führt standardmäßig Mridangams mit einer Länge von 24 Zoll / 60 cm. Mridangams in dieser Größe lassen sich auf einen Grundton zwischen C und E stimmen und werden auch als Low Pitch Mridangams bezeichnet. Alternativ besorgen wir auf Anfrage auch Mridangams mit einer Länge von 22 Zoll / 55 cm. Sie lassen sich auf einen Grundton zwischen F und H stimmen und werden auch High Pitch Mridangams genannt. In der karnatischen Musik Südindiens werden Stimmungen oft bezogen auf die absoluten Tonhöhen der westlichen Musik definiert. Shruti 1 entspricht dem Ton C, Shruti 2 dem D, usw. bis Shruti 7 für das H. Die ganzzahligen Shrutis 1 bis 7 entsprechen dabei den Tönen der C-Dur-Tonleiter. Die Halbtöne dazwischen werden mit halben Kommazahlen bezeichnet. Shruti 1,5 ist C#, Shruti 2,5 ist D#, usw. bis Shruti 6,5 für A#. Entsprechend dieser Bezeichnungen ist eine Low Pitch Mridangam von 24 Zoll geeignet für Shruti 1 bis 3. Eine High Pitch Mridangam mit 22 Zoll eignet sich für Shruti 4 bis 7.

Größe

Maße: Länge 55 - 60 cm, Durchmesser 28 cm, Gewicht: 7,5 kg
Jedes Instrument ist ein handgearbeitetes Einzelstück, das individuell von den hier gemachten Angaben abweichen kann.