Rudra Vina / Bin Miraj

Das Rudra Vina, auch Bin genannt, ist eines der ältesten und eigentümlichsten Instrumente Indiens. Es besitzt eine tiefe und meditativen Klang mit zusätzlich Bünde um Melodien spielen zu können.

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Die Rudra Vina besteht aus einem langen hölzernen Resonanzrohr, das Brücke, Bünde und Wirbel trägt. Zur Klangverstärkung sind zwei grosse Kürbisresonatoren am Rohr befestigt. In der traditionellen Spielhaltung wird einer der Resonatoren auf die linke Schulter gelegt, so dass der Spieler das Rohr diagonal vor sich hält und zwischen beiden Kürbissen sitzt. Die vier Spielsaiten werden wie bei der Sitar auf den Bünden gegriffen und seitlich gezogen. Gezupft werden sie mit Wechselschlägen von rechtem Zeige- und Mittelfinger, die jeweils ein Drahtplektrum tragen. Resonanzsaiten hat die Rudra Vina nicht. Unsere Rudra Vina ist vom mittleren Qualitätstandard, gut für Anfänger, ungeeignet für professionele Anforderungen. Wir führen den Rudra Vina nicht in unserem Sortiment, besorgen sie aber gerne auf Bestellung.

Die Fotos zeigen ein Vorgängermodell, nicht die aktuell lieferbare Rudra Vina unseres Partners Paloma.

Ausstattung

Resonanzrohr aus ebeiztes Tun-Holz, 20 chromatische Bündchen am Rohr, 4 Melodiesaiten, 3 Chikarisaiten, 2 voll geschnitzt dekorierten Abschraubbare Kürbisresonatoren im Angur Patta Stil, Hornbrücken, Einlegearbeiten aus Zelluloid mit gefärbten Gravuren, polierte Shellack Oberflächen, geschnitzter Schlangenkopf am Resonanzkasten, gechnitzter Schwanenkopf am Korpusende.

Allgemeine Angaben

Die Rudra Vina ist eines der ältesten und eigentümlichsten Instrumente Indiens. Sie gilt als Vorform vieler moderner Instrumente und war jahrhundertelang das vornehmste Soloinstrument der nordindischen Tradition. Spieltechnik und Repertoire waren streng gehütete Familiengeheimnisse, und so ist es kein Wunder, dass sich viele Legenden von magischen Kräften um das Instrument ranken. Aufgrund seiner Exklusivität, seiner schwierigen Spieltechnik und seines sehr tiefen, stark introvertierten Klangcharakters ist es in diesem Jahrhundert aber fast ausgestorben. Mit dazu beigetragen haben mag auch die Tatsache, dass sich die allermeisten Instrumentenbauer heute weigern, Rudra Vinas zu bauen, weil ihnen das ihrem Glauben nach Unglück bringen würde. Gute Rudra Vinas sind deshalb in Indien kaum noch zu erhalten.

Enormen Einfluss auf den Klang jeder Rudra Vina hat der Winkel, in dem die Brückenoberfläche (Jowari) abgeschliffen ist. Wenn die Oberflächenwölbung starke Teilschwingungen der Saite auf der Brücke erlaubt, dann entsteht ein sehr obertonreicher, schnarrender oder sirrender Ton und man spricht von einem offenen Jowari. Bei einem sogenannten geschlossenen Jowari entstehen dagegen weniger Obertöne und der Ton ist klar, prägnant und singend. Bei regelmässigem intensivem Spiel graben sich die Saiten im Laufe der Zeit durch Abriebprozesse Furchen in die Oberfläche traditioneller Horn- oder Knochenbrücken und verändern damit die relative Offenheit oder Geschlossenheit des Jowaris. Durch gezieltes Nachschleifen kann der ursprüngliche Klang wieder hergestellt oder ein anderer Wunschklang eingestellt werden.

Auch durch eine Veränderung der Besaitung und der Stimmtonhöhe kann der Klang wesentlich verändert werden. Dadurch dass Rudra Vinas nicht standardisiert sind, gibt es reichlich Raum für Experimente.

Hersteller

Unsere Rudra Vina wird uns von Paloma geliefert. Sie werden hergestellt von traditionellen Handwerker in Miraj, eine Stadt im südlichen Teil des indischen Bundesstaates Maharashtra. Miraj hat eine lange Tradional von Musikinstrumentenproduktion, vor allem durch Ihre Saiteninstrumente wie zB. den Tanpura, Sitar, Rudra Vina und Vichitra Vina.

PALOMA ist der internationale Markenname für Instrumente von Haribhau Vishwanath aus Mumbai (früher Bombay). Haribhau Vishwanath wurde 1925 als kleines Reparaturgeschäft gegründet und hat sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem der führenden indischen Harmoniumbauer entwickelt. Daneben werden noch Shrutiboxen, Santurs, Swarmandals und einige Trommeln gebaut. Haribhau Vishwanath ist aber auch im Instrumentenhandel aktiv und besorgt uns einige selten nachgefragte Instrumente, bei denen sich ein Direkteinkauf beim Hersteller nicht lohnen würde. Dank guter Infrastruktur und langer Erfahrung in Instrumentenbau, Handel und internationalem Versand liefert Haribhau heute alle gängigen Harmoniummodelle und viele weitere Instrumente in gleichbleibend hoher Verarbeitungsqualität und glänzt zudem noch mit attraktiven Innovationen wie z.B. dem Harmonium Compactina oder einer speziellen seidenmatten Oberflächenbehandlung. Haribhau Vishwanath ist seit 2005 Partner von India Instruments.

Größe

Maße: Länge .. cm, Breite .. cm, Tiefe .. cm, Mensur .. cm, Gewicht: .. kg
Jedes Instrument ist ein handgearbeitetes Einzelstück, das individuell von den hier gemachten Angaben abweichen kann.

Spieltechnik

Die Rudra-Vina wird traditionell knieend gespielt. Dabei liegt der obere Resonator auf der linken Schulter und der untere unter dem rechten Arm, so dass der Spieler zwischen den beiden Resonatoren sitzt. Im dritten Viertel des 20. Jahrhunderts hat Zia Mohiuddin Dagar eine Rudra-Vina mit mehr Sustain und Resonanz entwickelt. Diese sogenannte Dagar-Vina ist zu groß und schwer, um auf der Schulter getragen zu werden. Deswegen wird sie in der gleichen Position gespielt wie die südindische Saraswati-Vina: Mit dem unteren Resonator auf dem Boden liegend und dem oberen auf dem linken Knie oder Schenkel.

Am Zeige- und am Mittelfinger trägt man Drahtplektren (Mizrab), mit denen man für schnelle Passagen im Wechselschlag die Saiten anzupft. Die Rhythmussaiten (Chikari) werden mit dem Nagel des kleinen Fingers angeschlagen. Der Daumen der Zupfhand wird am Instrument abgestützt.

Die Grifftechnik ähnelt der der Sitar. Die Melodiesaiten werden hauptsächlich mit dem Zeigefinger der Greifhand auf die Bünde gedrückt. Für weite Melodiebewegungen wandert die ganze Greifhand mit dem Zeigefinger das Instrument entlang. Verzierungen, kleine Intervalle und Schlusstöne aufsteigender Melodielinien werden mit Mittelfinger oder Ringfinger gegriffen. Verzierungen und kleine Intervalle können auch durch Ziehen der Saiten seitwärts parallel zu den Bünden artikuliert werden. Die höchste Melodiesaite ist die Hauptspielsaite. Die drei tieferen Melodiesaiten werden vor allem für Töne verwendet, die tiefer liegen als der Grundton der Hauptspielsaite.